09. November       Freiberg, Konzerthalle Nikolaikirche

 

2017   19.30 Uhr

 

 

ich bin schuldig des feigen Verstummens, wo ich hätte reden sollen…

 

 

UA Missa Misericórdiae        Thomas Stöß

 

 

Solisten

Sinfonietta Dresden

A-cappella-Kammerchor Freiberg

 

 

Dirigent: Peter Kubisch

 

 

Karten erhalten Sie zum Preis von 20 €/15 €/10 €, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte 18 €/13 €/8 €, 1/2 Preis für Schüler und Studenten, Kinder bis 6 Jahre frei, Abendkassenaufschlag 2 € in der Touristinformation Freiberg, über das Ticketportal reservix, unter tickets@kammerchor-freiberg.de und an der Abendkasse.

 


... ich bin schuldig des feigen Verstummens, wo ich hätte reden sollen ...

 

 

Die gegenwärtige Zunahme rassistischer Äußerungen bis hin zu Gewalttaten gegenüber Andersdenkenden und die schleichende Vergiftung der Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft und der Welt insgesamt zwingt uns, sich mit der jüngeren Vergangenheit und ihren dramatischen Folgen auseinanderzusetzen und sie im Spiegel der Gegenwart zu betrachten.

 

Dieser meeting point fordert Hörer und Interpreten in besonderer Weise dazu heraus, Stellung zu nehmen und sich die eigene Haltung im aktuellen Umfeld bewusst zu machen. Das Orchesterprojekt „... ich bin schuldig des feigen Verstummens, wo ich hätte reden sollen ...“ beschäftigt sich mit Kompositionen und Gedanken zum Themenkreis Schuld–Leid–Gewalt, mit deren Ursachen und Folgen. Das wichtigste Anliegen aller monotheistischen Religionen, Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit, durchzieht alle Kompositionen wie ein roter Faden.

 

 

Der Bußpsalm Miserere mei, Deus (Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit) von Gregorio Allegri (1582–1652) erklingt korrespondierend mit dem Da pacem Domine von Arvo Pärt (*1935), komponiert im Gedenken an die Terroranschläge auf mehrere Züge 2004 in Madrid. Das Projekt erinnert an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, wo schon einmal geschwiegen wurde, weil Menschen sich nicht vorstellen konnten, welche verheerenden Auswirkungen dumpfer Hass haben kann.

 

Die Lieder von Ilse Weber (1903 Witkowitz–1944 Auschwitz), einer deutschsprachigen jüdischen Schriftstellerin aus Tschechien, entstanden im Konzentrationslager Theresienstadt. Sie stehen fragil im Zentrum des Programms.  Sie betrachten das Schicksal eines einzelnen Menschen, dem keine Barmherzigkeit zuteil wurde.

 

Ein Höhepunkt des Konzertes wird die Uraufführung der Missa Misericórdiae des Chemnitzer Komponisten Thomas Stoß (*1969) sein. Dieses Werk stellt das Thema Barmherzigkeit in den Mittelpunkt und zeigt damit einen Lösungsansatz, der eindrucksvoll mit musikalischen Mitteln dargestellt wird. Thomas Stoß studierte von 1991 bis 1998 an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Er erhielt mehrere Kompositionsaufträge, unter anderem von der Neubrandenburger Philharmonie, der Ernst Barlach Stiftung Güstrow, dem ensemble diX und dem Chemnitzer Barockorchester. Er arbeitete mit namhaften Solisten und Ensembles zusammen, so unter anderem mit der Pianistin Sheila Arnold, dem Dirigenten Nicolás Pasquet, dem Bariton Mario Hoff, dem Ensemble Sortisatio, dem Utrecht String Quartett, dem Trio pianOVo, dem ensemble diX und dem ensemble 01.